Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Themen

Hier finden Sie Hintergrundinformationen zu einer Vielzahl von Themen.

Ihre Auswahlkriterien:

Themenbereich: Partizipation
Suchbegriff: keine Suchbegriffe definiert

Suchergebnis

Es wurden 22 Hintergrundinformationen zu den ausgewählten Kriterien gefunden.

 

Formen der Beteiligung

Gelebte Partizipation in der Schule und im Unterricht ermöglicht es Kindern und Jugendlichen mitzureden, ihre Schule mitzugestalten und Verantwortung für das Schulleben zu übernehmen. Sie lernen, zur eigenen Meinung zu stehen und andere zu akzeptieren, erleben Demokratie und erfahren, dass jede/r Einzelne etwas bewirken kann. Egal, ob auf der institutionellen Ebene (Klassenrat, Schülerparlament) oder im Bereich des individuellen Lernens (selbstbestimmtes, forschendes Lernen, Projektunterricht, Freiarbeit). Entscheidend ist, dass die erwachsenen Mitglieder der Schulgemeinschaft den SchülerInnen gegenüber eine Haltung einnehmen, die Beteiligung ermöglicht und fördert.
 

Mögliche Anwendungsfelder für Beteiligungsprozesse

Was sind mögliche Anwendungsfelder für Beteiligungsprozesse?
 

"Partizipation ist eine Haltung"
Beteiligung als Schlüssel für Bildungsprozesse

Natürlich: Kinder sind anders als Erwachsene. Sie haben weniger Erfahrungen, können beispielsweise Gefahren nicht so gut einschätzen. Partizipation kann deshalb nicht heißen, Formen der Beteiligung von Erwachsenen einfach auf Kinder zu übertragen. Ein Gespräch mit der Sozialpädagogin Raingard Knauer.
 

Grundprinzipien der UNO Kinderrechtskonvention

Die Konvention schreibt die Mindeststandards für die Versorgung, den Schutz und die Beteiligung von Kindern am gesellschaftlichen Leben fest. Sie bauen auf vier Grundprinzipien auf:
  • Dem Grundrecht auf Überleben und persönliche Entwicklung. Es soll durch eine kindgerechte Grundversorgung garantiert werden. (Artikel 6)
  • Dem Prinzip der Gleichbehandlung. Kein Kind darf wegen seines Geschlechts, aufgrund von Behinderungen, seiner Staatsbürgerschaft oder Abstammung benachteiligt werden. (Artikel 2)
  • Dem Prinzip des 'besten Interesses' des Kindes. Bei politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen sollen die Interessen und Belange der Kinder vorangig berücksichtigt werden. (Artikel 3)
  • Der Achtung vor der Meinung des Kindes und dem Recht des Kindes auf Partizipation. (Artikel 12): Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.

 

Ein Experiment: Führt zu viel Freiraum zur Überforderung?

SchülerInnen sind es im Regelfall nicht gewohnt ihre Zeit selbst einzuteilen und innerhalb dieses Rahmens zu arbeiten. Um Überforderung zu vermeiden, ist es ratsam, die Spielräume langsam auszudehnen. Eine Erfahrung, die auch der Lehrer des folgenden Experiments gemacht hat.
 

Erfahrungen mit partizipativem Unterricht
Ein Lehrer berichtet

Das Ingeborg Bachman Gymnasium in Klagenfurt hat „Miteinander Lernen“ in seinem Leitbild verankert. „Miteinander Lernen“ bedeutet, dass es eine enge Zusammenarbeit zwischen den Lehrerteams einer Klasse, den Eltern und den SchülerInnen geben soll. Zudem soll durch zeitgemäße Unterrichtsformen (Werkstattunterricht, Planarbeit, und Projektunterricht) den SchülerInnen ein hohes Maß an Eigenständigkeit vermittelt werden. Gerd Schindler, ein Lehrer dieser Schule, berichtet von einem „ungewöhnlichen“ Schuljahr.
 

Partizipation im Unterricht
Forschendes und selbstbestimmtes Lernen ist aktive Beteiligung

Partizipation heißt Teilnahme an Entscheidungen. Im Unterricht bedeutet Partizipation selbstbestimmtes Lernen und Beteiligung an der Gestaltung seiner Rahmenbedingungen. SchülerInnen nehmen selbst Einfluss auf die Gestaltung von Prozessen, die den Unterricht und das Leben an der Schule betreffen.
 

Partizipation ist auch eine Geschlechterfrage

Frauen sind in den Entscheidungs- und Machtstrukturen unserer Gesellschaft noch immer kaum vertreten. Ihre Bedürfnisse und Interessen werden zumeist nicht genug wahrgenommen, wodurch Benachteiligungen von Frauen zementiert werden. Schulen haben hier einen ganz konkreten Bildungsauftrag, haben die Aufgabe, Mädchen und Buben gleichberechtigte Mitbestimmung oder Beteiligung zu ermöglichen, egal, ob im Unterricht, in Projekten oder im Rahmen von Fragen, welche die gesamte Schule betreffen. Das Konzept ,Gender Mainstreaming' soll auch dort die gleichberechtigte Partizipation von Schülerinnen und Schülern verankern helfen. Ein Gespräch mit Claudia Schneider und Elke Szalai.
 

Außerschulische Kinder- und Jugendpartizipation
Planen mit anderen Augen

Kinder sehen die Welt mit anderen Augen als Erwachsene. Aus einer anderen Perspektive. Sie haben andere Bedürfnisse, Wünsche und Interessen. Planungen von Erwachsenen für Kinder und Jugendliche können gut gemeint sein, aber auch hier gilt: Nur die Betroffenen selbst wissen, was für sie gut ist. Und seien sie noch so jung.
 

Mädchen- und Jungenkonferenz

Besondere Rahmenbedingungen für besondere FragestellungenSowohl Mädchen als auch Jungen muss die Schule gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen. Bedürfnisse und Interessen der beiden Geschlechter sind nicht immer dieselben.
 

Der Morgenkreis

Ein guter Tag beginnt im MorgenkreisDer Morgenkreis bietet bereits vom Volksschulalter an Handlungs- und Kommunikationsspielräume, unterstützt und entwickelt das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Klasse und bietet einen guten Einstieg in den Schultag.
 

Verantwortliche

Ich übernehme VerantwortungEine Möglichkeit der Beteiligung, die für SchülerInnen jeden Alters geeignet ist, ist die Übernahme von Verantwortung für bestimmte Bereiche (z.B. für die Klassenkasse, die Klassenbibliothek, die Pflanzen, usw.).
 

Klassenrat

Meine Meinung ist gefragtDer Klassenrat bzw. die Klassenversammlung sollte ein Kernstück der Beteiligungskultur in der Schulklasse bilden. Hier sind alle SchülerInnen einer Klasse gleichberechtigt und haben die Möglichkeit, ihre Meinung zu allen zur Diskussion stehenden Themen zu äußern bzw. neue Themen einzubringen.
 

LehrerInnen-SchülerInnen-Konferenz

Gewinner oder Verlierer gibt es nichtDie LehrerInnen-SchülerInnen-Konferenz ist ein Konzept zur Konfliktlösung in der Schule, in dem die Qualität der Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern wesentlich ist.
 

Mögliche Formen der Partizipation


 

Partizipation am Prüfstand: Die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Ziel der Richtlinie ist es, durch die Beteiligung der Öffentlichkeit eine nachhaltige Wasserwirtschaft in Europa zu etablieren. Hierbei soll eine Verschlechterung aller Gemeinschaftsgewässer verhindert und Gewässer mit schlechter Qualität bis 2015 in einen „guten Zustand“ gebracht werden. Wie eine aktive Beteiligung in Österreich konkret aussehen könnte ist nach wie vor offen.
 

Der Stein des Anstoßes: Die UNO-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung

Weder haben unterschiedliche Gemeinschaften die gleiche Entstehungsweise von Problemen, noch lassen sich diese auf die gleiche Art und Weise bewältigen. Die zunehmende Globalisierung macht daher individuelles Handeln notwendig um Projekte erfolgreich umsetzen zu können.
 

Das WAS-WARUM-WIE der aktiven Öffentlichkeitsbeteiligung am Bsp. der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Erst wenn das „Was“ und das „Warum“ geklärt sind, sollte man über das „Wie“ nachdenken.
 

Rahmenbedingungen für erfolgreiche Beteiligungsverfahren

Menschen zu beteiligen bedeutet, sich auf ein komplexes Geschehen einzulassen. Unbekannte Parameter können dabei auftauchen und machen das Abstecken eines genauen Rahmens notwendig.
 

Partizipation am Beispiel der WRRL - eine Herausforderung für Politik, Verwaltung und NGOs

Die EU-Kommission setzt in ihren Richtlinien verstärkt auf die Einbindung der zivilen Gesellschaft - im Speziellen der NGOs - um die Umsetzung der Richtlinien in der Gemeinschaft zu verbessern. Die Bereitschaft der Politik sich früh mit einem Projekt zu identifizieren, verhindert Reibungsverluste mit der Öffentlichkeit. Partizipation erfordert aber auch ein Umdenken in der Verwaltung.
 

Galerie: Wasserbildung und Beteiligung

Zahlreiche Grafiken geben hier in 6 Punkten eine schnelle und übersichtliche Darstellung von Wasser und Beteiligung: Galerierundgang (pdf, 92 kB)
 

FORD-Umweltpreis

Im Jahr des Wassers hat auch bei dem jährlich vom Umweltdachverband organisierten FORD-Umweltpreis ein Wasser-Projekt Furore gemacht. 2003 war es das Projekt WASSER.ZEICHEN: Wie Bildung und Beteiligung in Fluss kommen.