Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Mädchen- und Jungenkonferenz

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Besondere Rahmenbedingungen für besondere Fragestellungen

Sowohl Mädchen als auch Jungen muss die Schule gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen. Bedürfnisse und Interessen der beiden Geschlechter sind nicht immer dieselben.

Mädchen und Jungen machen im Lauf ihrer Sozialisation unterschiedliche Erfahrungen, entwickeln unterschiedliche Kommunikations- und Interaktionsstrukturen und erwerben unterschiedliche Kompetenzen zur Partizipation. Es fällt Kindern daher auch nicht immer leicht, ihre Meinungen und Wünsche in der heterogenen Gruppe zu äußern und sich aktiv an Mitwirkungsprozessen zu beteiligen. Eine Chance bieten hier geschlechtsgetrennte Gesprächskreise, sie erleichtern es SchülerInnen, ihre geschlechtsspezifischen Erfahrungen und Sichtweisen zu reflektieren, sich ihrer Interessen bewusst zu werden, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und Partizipationskompetenzen zu entwickeln. Geschlechtsbezogene Fragestellungen und Situationen können diskutiert und geschlechtergerechte Veränderungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.
 

Durchführung

Mädchen- und Jungenkonferenzen sind getrennte Versammlungen von Mädchen und Jungen einer Klasse und können regelmäßig, z.B. alle 4 bis 6 Wochen alternativ zum Klassenrat, oder aus einem aktuellem Anlass durchgeführt werden. In diesen Konferenzen können Alltagsfragen besprochen, Situationen geschildert und Streitigkeiten geklärt werden. Mädchen und Jungen können Kompetenzen erwerben, die es ihnen ermöglichen, sich in der heterogenen Gruppe an Entscheidungen geschlechtsspezifischer Angelegenheiten, und gemeinsamer Dinge zu beteiligen. Oft geht es darum, Probleme zwischen Mädchen und Jungen der Klasse zur Sprache zu bringen, sie zu reflektieren und soweit zu bearbeiten, dass sie später im Klassenrat einer Lösung zugeführt werden können.
 

Tipp

Mädchenkonferenzen sollten von einer Lehrerin, Jungenkonferenzen von einem Lehrer begleitet werden. Die Lehrkräfte müssen Kenntnisse über geschlechtsspezifische Sozialisation, Normen, Wertungen, Diskriminierungen und stabilisierende Mechanismen besitzen, sie müssen geschlechtsspezifisches Verhalten kennen und wahrnehmen und geschlechtergerechtes Verhalten als ein wesentliches Element gelebter Demokratie verstehen.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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