Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Klassenrat

©

Meine Meinung ist gefragt

Der Klassenrat bzw. die Klassenversammlung sollte ein Kernstück der Beteiligungskultur in der Schulklasse bilden. Hier sind alle SchülerInnen einer Klasse gleichberechtigt und haben die Möglichkeit, ihre Meinung zu allen zur Diskussion stehenden Themen zu äußern bzw. neue Themen einzubringen.

Im Klassenrat werden Konflikte mittels Dialog geklärt und eventuell gelöst, Unterrichtsinhalte besprochen und beschlossen, Organisatorisches entschieden und die weitere Arbeit geplant. Die Kommunikations- und Sozialkompetenz der SchülerInnen wird geschult und der 'Klassengeist' wird gefördert.
 

Durchführung

Die Vorgehensweise wird gemeinsam von der gesamten Klasse bestimmt: Organisatorisches, Themenfindung, Gesprächsregeln, Beschlussfassung, Protokoll, Konfliktmanagement u.ä. Die Grundstruktur ist allerdings vorgegeben. Der Klassenrat sollte einmal pro Woche stattfinden und prinzipiell von den SchülerInnen verantwortet werden. Geleitet wird er durch eine SchülerIn, ein/e weitere/r führt das Protokoll. Dabei soll darauf geachtet werden, dass diese Aufgaben jede Woche von anderen SchülerInnen übernommen werden und so jede/r sowohl Leitungs- als auch Protokollaufgaben übernimmt. Der Klassenvorstand sollte den Klassenrat unterstützend begleiten, Unterrichtszeit zur Verfügung stellen und kann nach den von der Klasse beschlossenen Regeln teilnehmen.

Ein Ablaufplan für einen Klassenrat könnte etwa folgende Punkte beinhalten:
 
Organisatorisches:
  • Sind die Aufgaben aus der Vorwoche erledigt?
  • Wer hat in der kommenden Woche Klassendienst?
  • Muss das neue Projektthema festgelegt werden?
  • Berichte der Verantwortlichen (Klassenkasse, müssen Dinge für die Klasse besorgt, gekauft werden...?)

 
Kritikpunkte:
  • In weiterer Folge können die SchülerInnen ihre Kritik äußern: 'Ich lobe', 'Ich kritisiere', 'Ich schlage vor', ....

 
Danach werden Wortmeldungen berücksichtigt.
 
Protokoll:
  • Am Ende der Klassenversammlung wird das Protokoll vorgelesen und genehmigt.
  • Im Klassenrat werden bei Bedarf auch Beschlüsse gefasst.

 

Tipp

Die SchülerInnen können die Kritikpunkte oder Themen (z.B. Umgang mit Konflikten, Regeln im Unterricht, Feste) festlegen, indem sie vorab auf Zetteln im 'Klassenbriefkasten' oder offen auf einer 'Wandzeitung' - immer mit ihrem Namen versehen - gesammelt werden. Die 'Themenzettel' sollen nicht nur Kritik, sondern auch Anerkennung und Lösungsvorschläge enthalten. Die Bedeutung des 'Klassenbriefkastens' oder der 'Wandzeitung' wird gestärkt, wenn sie auch von LehrerInnen genutzt werden.

Mehr zu dieser Beteiligungsform lesen Sie hier:  Infostelle Kinderpolitik
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

 zurück zur vorigen Seite