Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Beispiele eines partizipativen Planungsprozesses

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Anhand eines Planungsbeispieles ist es oft leichter eigene Schritte zu setzen. Das Beispiel der HIB Boerhaavegasse/Wien ist nur eines von vielen - sehen Sie hier wie es gehen kann ...
 

Planungsschritte

Im Folgenden wird ein Planungsprozess beschrieben, der für die HIB Boerhaavegasse/Wien von der Arbeitsgruppe 'Schulfreiflächen' des Österreichischen Instituts für Schul- und Sportstättenbaus im Frühjahr 2003 entwickelt wurde.

Ziel der Planungsschritte war eine möglichst umfassende Einbindung der SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen. Innerhalb eines Schulsemesters sollte ein Plan für die Nutzung der Schulfreifläche als Unterrichts-, Pausen- und Sportfläche entstehen.
 

Informationsphase:

In einem Informationstreffen informieren ExpertInnen den Schulgemeinschaftsausschuss der Schule über die Methoden und Möglichkeiten eines partizipativen Planungsprozesses.

In einem weiteren Präsentationstreffen werden SchülerInnen und LehrerInnen eingeladen Einblicke in Beispiele von Learnscapes und ihrer Prinzipien zu gewinnen.
 

Kreativ-Phase

In einem Learnscape-Workshop sammeln die LehrerInnen Beispiele für die bisherige Nutzung des Schulgeländes für den Unterricht. Ziel ist es, die Möglichkeiten einer nachhaltigen und lehrplangemäßen Integration des Schulgeländes in den Unterrichtsalltag und das Schulprogramm zu erarbeiten. Darauf baut eine lehrplangemäße Planung für Gestaltungselemente im Schulgarten auf, welche die künftigen Aktivitäten der LehrerInnen unterstützen sollte.

In einem Vorbereitungsworkshop wird ein kleiner Kreis von SchülerInnen und LehrerInnen, die den Partizipationsprozess mit tragen wollen, in die Rolle als

ModeratorInnen eines Partizipationsworkshops eingeführt.

In einer Partizipationswerkstatt, geleitet von den Fachleuten des ÖISS, erheben SchülerInnen Nutzungswünsche und Lieblingsorte. Jede Klasse kann Delegierte zu dieser Werkstatt entsenden. Die Resultate in Form von Hitlisten, Aufsätzen, Zeichnungen und Modellen führen zu einer Ideensammlung und schrittweise zu einer Abstimmung der diversen Wünsche der Beteiligten.
 

Verdichtungsphase

Zum Abschluss der kreativen Phase werden die NutzerInnenwünsche verdichtet und den Beteiligten vorgestellt. In dieser Zeit sollte der Informationsfluss in der Schule, also zwischen LehrerInnen, ErzieherInnen, SchülerInnen und anderen MitarbeiterInnen und zur Elternvertretung laufend gewährleistet werden. Parallel zur Dokumentation des begleitenden ÖISS-Projektteams wird angeregt, dass die Schule eine Dokumentation anlegt (Schülerzeitung, Homepage, Schulgeschichte).
 

Planungsphase

Nach einer Präsentation der ersten Gestaltungsvorschläge an der Schule beginnt der eigentliche Planungsprozess, also das Zeichnen und Einreichen der Pläne durch ArchitektInnen und LandschaftsplanerInnen.
 

Durchführung

Die Umsetzung der Ideen, welche in gemeinschaftlicher Arbeit entstanden sind, stellt einen wichtigen Bestandteil des Projektes dar. Die Zeichnungen verwirklicht zu sehen wirkt motivierend und belohnt die Mühen aller Beteiligten. Im Idealfall sind die SchülerInnen und das Personal der Schule an der Umsetzung direkt beteiligt. Durch die aktive Mitarbeit wird die Identifikation mit dem neuen Lernort gefördert und Vandalismus vorgebeugt. Die Schulfreifläche wird zu einem Gemeinschaftsraum.
 

Quelle

FORUM Umweltbildung
Learnscape Österreich
Schulfreiräume - Freiraum Schule, Startpaket
2003, 30 Seiten, EUR 5,-
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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