Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Neues Lehren und Lernen in der BNE
Ein Überblick von Regina Steiner

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Die frühere Schule der Belehrung und des Konformismus entwickelt sich weiter in eine Schule des Verstehens. Respekt vor der Individualität der SchülerInnen steht im Vordergrund. Schule bietet Platz für das Entwickeln von Visionen einer lebenswerten Zukunft, sie setzt sich mit Werthaltungen auseinander und entfaltet eine „Kultur der Komplexität“. Nicht Verhaltensmodifikation, sondern bewusste Entscheidungen sind das Ziel.

'Bildung für nachhaltige Entwicklung ist eine Herausforderung für alle. PädagogInnen haben hier eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe. Sie sind Vorbilder für die Lernenden und können zeigen, wie ein Engagement für eine nachhaltige Welt aussieht. Als Lehrpersonen brauchen sie Methoden und Herangehensweisen, wie sie die Lernenden beim Entwickeln einer nachhaltigen Lebensweise unterstützen können – neue Lehr- und Lernformen sind gefragt.'

'Neben den allgemeinen didaktischen Prinzipien wie Handlungs- und Reflexionsorientierung, Zugänglichkeit und entdeckendes Lernen betont Christine Künzli die Bedeutung didaktischer Prinzipien, die charakteristisch sind für BNE: allen voran das vernetzte Lernen, die Partizipationsorientierung und die Visionsorientierung.'

'Bildung für nachhaltige Entwicklung dient nach Gerhard de Haan speziell dem Gewinn von Gestaltungskompetenz. Mit Gestaltungskompetenz wird die Fähigkeit bezeichnet, Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Das heißt, aus Gegenwartsanalysen und Zukunftsstudien Schlussfolgerungen über ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit ziehen und darauf basierende Entscheidungen treffen, verstehen und individuell, gemeinschaftlich und politisch umsetzen zu können, mit denen sich nachhaltige Entwicklungsprozesse verwirklichen lassen.'

'BNE heißt nicht, die gesellschaftliche Krise zu überwinden, indem man pädagogisiert, indem den Lernenden das 'richtige' Verhalten beigebracht werden soll, um das Problem zu lösen und die zu erwartende Katastrophe abzuwenden. Dadurch wäre keine offene Zukunft vorgesehen – vielmehr würde ihre Zukunft, in der Lösung der Probleme der Gegenwart gesehen. Dies wäre eine Katastrophenpädagogik, die Abwehr und das Gefühl der Hilflosigkeit erzeugen kann. BNE lässt gesellschaftliche Anliegen als gesellschaftspolitische Vision erscheinen, als Vorstellung von einer besseren Welt, auf die man sich ausrichten kann.'

 Ausführliche Informationen (pdf, 121 kB) zum Thema können Sie hier downloaden.

Steckbrief

Mag.a Regina Steiner ist Leiterin der Geschäftsstelle Salzburg des FORUM Umweltbildung. Ausgehend von ihrer Lehrerinnentätigkeit (Volkschule, AHS – Biologie und Umweltkunde) liegt ihr Arbeitsschwerpunkt in der Bildung für nachhaltige Entwicklung in der LehrerInnenbildung (Koordinatorin des Netzwerks UMILE und des Universitätslehrgangs BINE), im Bereich Schule und Kindergärten.
regina.steiner@umweltbildung.at
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-18

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